Es war einmal eine durchsetzungsstarke Mittvierzigerin mit französischem Pass. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, dass es in einem vernünftigen deutsch-französischen Haushalt auch zumindest ein französisches Auto geben müsse. Da die Lebensdauer selbiger allerdings dann doch nicht an die der deutschen Autos herankam, der Rost zeichnete sich bei dem aktuellen Modell schon unter dem Lack ab und die Elektronik meldete sich vermehrt mit „komischen“ Anzeigen und Warnhinweisen, war es regelmäßiger als bei deutschen Autos notwendig, nach neuen Kandidaten Ausschau zu halten. Sie wollte keine Standardware, kein „das hat ja jeder“. Also entschied sie sich für einen DS. Genau meine Marke, wie sie befand. Ihr Gatte bat sie in letzter Minute, doch noch einmal einen Blick auf einen VW zu werfen, denn es war ihm möglich, diesen zu sehr attraktiven Raten zu erstehen. „VW, ich? Niemals! Diskussion beendet.“

Ihr Herz schlug für Frankreich, einen DS, das konnte sie sich schon lange vorstellen, die Marke schoss allerdings erst aus dem Boden, als sie sich gerade ihr derzeitiges Modell zugelegt hatte. Ihren roten Flitzer. Ein halbes Jahr später wäre ihre Entscheidung schon damals für den DS gefallen. Es überhaupt zu wagen, mit einem VW als Alternative anzukommen, war da schon echt frech, fand sie und schüttelte innerlich den Kopf. Zugegeben, das Modell ihrer Wahl war ein bisschen groß für einen Zweitwagen, aber sie wollte unbedingt einmal einen SUV fahren. Eigentlich war es auch zu groß, um nur damit einkaufen zu fahren, selbst wenn sie es regelmäßig schaffte, den Kofferraum mit ihren Einkäufen zu füllen. Die Herausforderung, auch diesen neuen DS Kofferraum zu füllen, wollte sie gerne annehmen. Bei der Inneneinrichtung würde sie Abstriche machen müssen aus Budgetgründen. Sie wägte ab, welche Optionen nicht nötig waren. Schwierig… Vom Erstwagen ihres Gatten war sie inzwischen verwöhnt: keyless, Kamera zum Einparken, automatische Distanzregelung, ein cooles Soundsystem… Was sollte sie da wegstreichen?

Als sie eines Abends am Computer saß und eine kurze Pause brauchte, rief sie todesmutig die VW Homepage auf. Nur einen Blick riskieren… Schließlich wusste sie bis dato noch nicht einmal, wie das von ihrem Gatten vorgeschlagene Modell aussah. Es sei das erste Auto, an dem er selbst mit einer ganz neuen Methode, was Design und Innenausstattung anging, von A bis Z federführend mitgewirkt habe mit seinem Unternehmen. Stolz blitze in seinen Augen, als er darüber sprach. Das hatte sie nicht übersehen. Also nur einen Blick riskieren. Mit kühner Neugierde rief sie die Subpage des Modells auf: der T-Roc. Noch nie davon gehört, geschweige denn irgendwo mal gesehen. Das war schon einmal gut, wollte sie doch kein Auto, das jeder fährt. Folgende erste Worte sprangen ihr sofort ins Auge:

„Überzeugt. Von Anfang an: Winnie Harlow ist ein ganz und gar ungewöhnliches Fotomodel. Kein Wunder also, dass das mutige, markante Design des T-Roc nach ihrem Geschmack ist. Sein starkes, selbstbewusstes Auftreten wird durch eine sportliche Coupé-Silhouette unterstrichen.“

Nun kam ihre Marketingseele durch. Von der Pike auf hatte sie FMCG Werbung und Marketing im Blut. „Das ist ja cool“, dachte sie bei sich, „mutig irgendwie, sich gerade dieses Model auszusuchen. Und das bei diesem eigentlich doch eher als konservativ und risikoavers geltenden Konzern.“ Ihre Gedanken kreisten weiter: „Da muss sich irgendwer im Konzern aber ganz schön ins Zeug gelegt haben, emotional und finanziell, um das durchzukriegen.“ Das beeindruckte sie. Beherzt klickte sie auf das Video und fühlte sich abgeholt von den Worten. Marketingfalle? Nein, entschied sie. Einfach gut auf den Punkt gebracht. Absolut stimmige Kommunikation zwischen Produkt, Protagonist und der Werbebotschaft. Ins Schwarze getroffen. Und ihr Marketingherz beschloss, dass das belohnt werden müsse.

Und so ging sie zu ihrem Gatten und berichtete ihr von ihrem ersten Rendezvous mit „seinem“ Auto. Überzeugt. Von Anfang an. Gut gemacht VW. Gut gemacht Virtue/ Vice Media. Nun muss sie sich nur noch einen neuen Spitznamen überlegen, denn „white silver metallic“ und „Roter Flitzer“ passen dann doch nicht so recht zusammen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, fahren sie auch in Zukunft noch Autos, die ihre Herzen höher schlagen lassen. Mögen die Spiele weitergehen und der beste und mutigste gewinnen.

PS: Der derzeitige Coup von VW ist wieder einer zum Hingucken, mit Cara Delevingne in der Hauptrolle… Hier ein Beitrag von der W&V dazu, mit DDB als Werbeagentur…

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